Unsere Kühe stellen sich vor

…mein Name ist Leoni.

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Ich bin eine von rund 80 Milchkühen auf dem Hof Faß. Wisst Ihr, wie so ein typischer Tag im Leben einer Kuh aussieht? Ich erzähle es euch! Unser „Arbeitstag“ startet jeden Morgen zwischen 5.00 und 5.30 Uhr. Zuallererst wird der Vorwartehof für uns geöffnet. Während wir gemütlich dorthin trotten, müssen unsere Bauern schon richtig schuften: Sie reinigen unsere Liegeboxen und den breiten Laufgang, auf dem wir uns den ganzen Tag auf- und abbewegen.

Sobald alles blitzblank ist, startet die erste Melkrunde: Wir marschieren, natürlich ganz gesittet nacheinander, in den Melkstand. Dort werden immer 16 Kühe gleichzeitig gemolken – acht auf jeder Seite. Langweilig wird es also nie. In der Regel befinden wir uns zwischen 5-10 Minuten im Melkstand, je nachdem wie viele Liter Milch wir geben. Nach getaner Arbeit geht es zurück in den Stall. Dort wartet dann ein leckeres Frühstück aus frischem Gras- und Maissilo und duftendem Heu auf uns. Zusätzlich bekommen wir pro Tag ein gewisse Menge Kraftfutter über einen Futterautomaten. Diese Ration ist individuell auf die Bedürfnisse jeder Kuh abgestimmt. Da ich eine ziemlich kleine Kuh bin, bekomme ich zum Beispiel etwas weniger als die große Berta 😉

Im Sommer haben wir nach dem Melken die Möglichkeit, direkt raus auf die frische grüne Wiese zu gehen. Hier können wir uns austoben und die Sonne genießen… Naja, manchmal regnet es halt auch, das ist eben das gute ostfriesische Wetter. Was viele nicht wissen ist, dass uns Kühen schnell zu warm wird. Wir sind also an heißen Tagen ganz dankbar darüber, wenn die Stalltüre geöffnet bleibt und wir uns aussuchen können, ob wir ins Grüne oder doch lieber in den Schatten wollen. Im Winter ist es hier in Norddeutschland so nass, dass wir nicht nach draußen können. Die Kälte und die Feuchtigkeit sind nicht gut für uns.

Unsere Nachbarn, die Bentheimer Schweine, stören sich an so einem nassen Acker hingegen so gar nicht 😉 Aber in unserem Milchviehstall ist es ohnehin viel gemütlicher, wenn es draußen nass und kalt ist. Jede Kuh hat dort eine sogenannte „Tiefbox“, die mit kuscheligem Stroh gefüllt ist. Wie es sich für Damen gehört, bekommen wir in regelmäßigen Abständen eine professionelle Pediküre. Ein ausgebildeter Klauenpfleger kümmert sich ganz reizend um unsere Fußgesundheit. Hin und wieder kann es in unserem Stall aber auch mal etwas bunter zugehen. Dann werden in unserer Herde kleine und kurze Rangordnungskämpfe ausgetragen. Doch keine Angst, in der Regel sind wir Mädels sanftmütig und dann zufrieden, wenn unsere Tage eine geregelte Struktur haben. Wir sind richtige Gewohnheitstiere und den ganzen Tag damit beschäftigt, zu fressen, wiederzukäuen und zu ruhen.
Am Abend werden wir zwischen 16.00 und 17.00 Uhr das zweite Mal gemolken. Der Ablauf ist der gleiche wie am Morgen. In der Nacht ruhen wir, doch auch da kommt das Thema Essen natürlich nicht zu kurz. Beim allabendlichen Kontrollgang gegen 21 Uhr gibt es daher noch einmal frisches Futter – Zimmerservice deluxe!

Ihr wollt mehr von uns wissen und uns kennenlernen?
Das Team vom Hof Faß beantwortet eure Fragen gerne!

So… jetzt muss ich erstmal was futtern gehen. Muhhhhhhhh.
Eure Leoni.

Der Melkstand

Unser Melkstand ist ein so genannter Fischgrätenmelkstand. Das bedeutet das die Kühe immer in 2 x 8er Gruppen gemolken werden.

Die Kälberfütterung

Unsere Kälber werden nach der Geburt von uns großgezogen. Wir haben verschiedene Zeiten ausprobiert, wie lange Mutter und Kalb nach der Geburt zusammen bleiben sollten – so haben wir sie bereits direkt nach der Geburt getrennt, haben aber auch schon versucht, sie mehrere Tage zusammen zu lassen. Als wir Mutter und Kalb mehrere Tage beisammen gelassen haben, waren beide nach der Trennung nicht fit. Im Augenblick trennen wir die Zwei daher unmittelbar nach der Geburt und haben dadurch sehr gesunde, agile Kälber. Doch natürlich wollen wir die Trennung nicht „schön“ reden, denn wir sind tatsächlich der Meinung, das Mutter und Kalb von Natur aus zusammen gehören. Die Milchviehhaltung hat sich allerdings so entwickelt, das eine Haltung von Milchkühen mit Kälbern gemeinsam in einem Stall beinahe unmöglich ist. Die Ställe sind nicht für die Kälber ausgelegt. Aber wer weiß, welche Entwicklungen die nächsten Jahre prägen. Wir sind für vieles offen und haben in den letzten Jahren bereits einiges getan, um das Wohl unserer Kälber immer weiter zu steigern.

Früher bekamen die Kälber direkt nach der Geburt die Biestmilch (Kolostrum – die erste Muttermilch – sehr fettig und wichtig für die Kälber, da sie durch diese Milch ihre Immunabwehr aufbauen) und nach der Kolostrumgabe täglich morgens und abends jeweils 2,5 bis 3 Liter Milchaustauscher. Dieses Milchpulver ist mit einem Fläschchen bei den Babys vergleichbar. Dazwischen gab es für die Kleinen Wasser und Heu.

Heute bekommen die Kälber 4 bis 5 Tage nach der Geburt Biestmilch/Kolostrum und danach die normale Vollmilch aus unserer Herde. Die Milch wird nicht mehr eingeteilt – die Kälber können also zu jeder Zeit so viel trinken wie sie möchten. Dadurch trinken sie deutlich mehr, sind aber auch zufriedener und fitter. Damit die Milch nicht umkippt oder schlecht wird, wird sie angesäuert, um den PH-Wert zu senken. Wasser und Heu gibt es zusätzlich zur freien Verfügung.

Unser Rindfleisch

Unser Rindfleisch stammt von unserem Hof. Wir ziehen zwischendurch immer mal Kreuzungsrinder mit auf. Das bedeutet, das wir Eine Milchkuhrasse mit einer Fleischkuhrasse gekreuzt haben. Diese Tiere ziehen wir groß und können ihnen somit qualitativ hochwertiges Rindfleisch aus eigener Aufzucht anbieten.

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